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Erstmals präsentieren sich die wesentlichen politischen Konkurrenten im Web2.0. Von StudiVZ bis YouTube, von facebook bis flickr - auf allen angesagten Plattformen findet der Wahlkampf 2009 statt. Bis zur Bundestagswahl am 27. September nimmt “Bildfähig!” die Web-2.0-Auftritte, -Inszenierungen und bildästhetischen Ausrichtungen der kämpfenden Parteien unter die Lupe.
Nach Obama geht es nicht mehr ohne: Die deutsche Parteienlandschaft entdeckt zur Bundestagswahl 2009 die Möglichkeiten der Sozialen Netzwerke. Nun zeigen sich die Gesichter, die politische Programme, persönliche Kontur und inhaltliche Standfestigkeit verkörpern sollen, auch in den Communities des Web2.0: Man will also auf Augenhöhe mit dem Wahlvolk treten, ganz dicht am Bürger dran sein, sich als jugendlich und ungezwungen offerieren, mit einem Augenzwinkern dem Gegner eins auswischen und vor allem unterstreichen, wie bekömmlich die eigene Politik sein kann. Aber gelingen die Auftritte? Werden Bildästhetiken gefunden, die den Herausforderungen der sozialen Netzwerkkultur gewachsen sind? Wie verhalten, bewegen und geben sich die um die Wählergunst Buhlenden, die in und mit den Gewohnheiten des Fernsehens groß wurden und nun ein neues mediales Terrain betreten? Entwickeln sie veränderte Ausdrucks- und Überzeugungsstrategien, oder werden lediglich traditionelle Repräsentationsmodi adaptiert? Mit welchen Mitteln wird um jene Klicks gefochten, die letztlich zum Kreuzchen an der richtigen Stelle führen sollen?
Folglich gilt es bis zum Wahltag zu fragen: Wie bildfähig sind die deutschen Politiker? Auf dem Prüfstand stehen in Kürze und zum Auftakt die Vertreter einer Partei, in deren Kanzlerkandidat sich zunehmend der alte Haudegen und In-höchster-Not-Retter Gerhard Schröder zu inkorporieren scheint: Denn schon raut Steinmeier seine Stimme auf, längst fiel das Jackett, mit Sicherheit werden in Kürze die Hemdärmel hochgekrempelt, und bald tropft der Schweiß eines Arbeiterfreundes auf die Rednerpulte, auf denen vor lauter Pochen und Klopfen kein Parteiprogramm mehr Platz finden wird. Doch ist die Schröderikonographie auch Web-2.0-tauglich? Kann man über YouTube Freiheits-, Gerechtigkeits- und Verantwortungsbekenntnisse in den Äther poltern, ohne zugunsten der neuesten Schmink- und Frisurentipps weggerankt zu werden?
Bildquelle 1: aus horizont.net, siehe hier.
1 Kommentar↓
1 Wahlentscheidung im Internet? | TechBanger.de // 22.08.2009 um 07:10
[...] den Wahlkämpfen dieses Jahres. Sowohl Parteien als auch Medien und Organisationen engagieren sich verstärkt im Netz, aber kann man deshalb schon von einem entscheidenden Einfluss des Internets auf die [...]
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